Der antideutsche Dummbär steppt in Frankfurt

Mal wieder produzieren sich in Frankfurt a.M. selbst ernannte „Antideutsche“ und hetzen mit ihrer Alles-oder-Nichts-Kritik gegen Linke, anstatt sich an den realen und aktiven Nazis und Rassisten vor ihrer Haustür in Rhein-Main abzuarbeiten. Anstatt eine Diskussion an durchaus kritikwürdigen Positionen zu führen (das wollen sie aber offenbar eh nicht), werden völlig absurde, weil pauschale, Nazi- und Antisemitismuskeulen gegen DEN Club Voltaire und DIE Arbeiterfotografie geschwungen. Als absurde Randnotiz schwingt der Vorsitzende der Programmgruppe im Voltaire, der die Veranstaltung zuerst selbst mit geplant hat, nun plötzlich selbst am heftigsten die Keule. Wie sagte F.W. Bernstein so treffend: „Die schärfsten Kritiker der Elche, waren früher selber welche.“

Freitag, den 09.10.2009 lädt der linke Traditions-Club „Voltaire“ in Frankfurt/Main zur Ausstellungseröffnung „Licht und Schatten des Alltags“ der Gruppe „Arbeiterfotografie“ und einem Gesprächsabend zum Thema „Medien zwischen Realität und Scheinwelt“ ein.

Mehr dazu unter:

Warum nun aber der Club und die Arbeiterfotografie ausgerechnet „Die Bandbreite“ ausgewählt haben, das bleibt wohl ein Geheimnis, denn von denen halte ich politisch und persönlich wirklich nichts, da gibt es in der Tat zu viel unverständlich-mißverständliches sexistisch-homophobes Textgeschwurbel und Verschwörungsgeblubber, abgesehen von der musikalisch nun wirklich nicht erbaulichen *räusper* „Qualität“.
Zudem ist Klärungsbedarf und ernsthafte Diskussion mit Positionen innerhalb der Arbeiterfotografie angesagt, wenn dort die iranische Regierung unter Ahmadenijad verteidigt und dessen Holocaustleugnung, Antisemitismus und Vernichtungsdrohungen gegen Israel bestritten werden (dabei geht es nicht um die Falschübersetzungen). Auch zum Tod des Salonfaschisten Jörg Haider gibt es offenbar mehr als sonderbare Verschwörungstheorien. Das sollte den Leuten aber vor Ort in einer Diskussion vorgehalten werden. Was nun übrigens absolut nicht geht, ist dies unerträgliche Gewölle vom Querfrontler und VOLKSinitiativler Elsässer, der die antideutschen ProtestlerInnen pauschal und ebenso diffamierend als „linke SA“ beschimpft.

UPDATE 21.10.2009
Einen in meinen Augen lesenswerten und fundierten Beitrag zur Veranstaltung im Club Voltaire und das Drumherum, von Antideutschen über Verschwörungstheorien und Querfrontphantasien von ehemals Linken, hat Hans-Christoph Stoodt, aktiver Antifaschist und einer der Sprecher der Frankfurter Anti-Nazi-Koordination, in einem persönlichen Kommentar in der Neuen Rheinischen Zeitung Nr. 220 geschrieben.

UPDATE 31.10.2009
Einen etwas erhellenden und durchaus selbstkritischen Beitrag hat Andreas Waibel nun auf indymedia „Mitgliederversammlung im Club Voltaire“ veröffentlicht. Meine stillen Befürchtungen hinsichtlich der Querfront-Positionen innerhalb der Arbeiterfotografie scheinen sich demnach leider zu bestätigen, auch die über die „antideutsche Fraktion“, über die Bandbreite muß wirklich nicht mehr viel gesagt werden (*Augen*Roll*).

Nachtrag:
Die Arbeiterfotografie hat viele Dokumente rund um die Veranstaltung auf ihren Seiten veröffentlicht und auch einigen E-Mail-Verkehr (der ja dem Postgeheimnis unterliegt – elektronische Post ist eine Post im Sinne von Art. 10 GG – was daher hoffentlich mit dem Einverständnis der Beteiligten geschehen ist).

Ich finde es auch gut, wenn andere Webseiten verlinkt werden, die sich mit den Vorgängen beschäftigen. Darüber hinausgehend hat die Arbeiterfotografie allerdings die Inhalte der entsprechenden Webseiten als PDF-Dateien 1:1 kopiert, abgespeichert und auf ihrer Seite veröffentlicht, mit dem Hinweis, „Diese Zusammenstellung dient der Dokumentation der Auseinandersetzung. Eine Billigung der Inhalte ist damit nicht verbunden.“ Hmmmmm, sage ich da nur, liegt denn eine Billigung der AutorInnen der entsprechenden Artikel vor, die dort komplett veröffentlicht sind? Dieser Beitrag hier von mir ist dort nämlich auch vollständig veröffentlicht, sogar mit allen Kommentaren, allerdings ohne meine Billigung und Rückfrage. So geht’s nun aber auch nicht.

Advertisements

4 Antworten to “Der antideutsche Dummbär steppt in Frankfurt”

  1. Rhetorikdoktor Says:

    Was sind denn „selbsternannte“ Antideutsche? Darf diese Kategorisierung politischer Aktivitaet nur von aussen erfolgen? Wenn ja, wer genau darf denn als „antideutsch“ einordnen? Gibt es da einen Verband, der Pruefsiegel ausstellt?

    Oder ist das doch nur billige Rhetorik?

    Bitte um Klaerung.

  2. das sind diejenigen, die sich mit dieser kategorie über andere erheben, weil sie damit kundtun wollen, im besitz der absoluten „linken“ wahrheit zu sein. sie selbst kleben ihr prüfsiegel pauschal auf andere, gebärden sich als hort der endgültigen wahrheit.
    z.B. die angriffe gegen DIE arbeiterfotografie, anstatt sich ernsthaft mit EINZELNEN innerhalb des verbandes kritisch auseinanderzusetzen.
    davon mal abgesehen, ist wohl in jedem text mehr oder weniger rhetorik zu finden, was ja an sich nichts schlimmes ist.

  3. Rhetorikdoktor Says:

    Das ist aber nun wiederum ein anderes Argument. Entweder sprichst du von „selbsternannten“ oder von „ueberheblichen“, „absolutistischen“ oder wie auch immer. Aber deine Begruendung ist ein Gegenstandswechsel.

    Fuer mich stellt (im Gegensatz zu dir) die Verwendung dieser Art von Rhetorik das Problem dar, dass sie eben an antiemanzipatorische Herrschaftskonzepte anknuepft, die in Teilen der Linken hegemonial sind. Diese implizieren, dass sich eine Gruppe nur dann aeussern duerfe, wenn sie sich in anderen Bereichen bewaehrt habe und durch den linken Mainstream abgesegnet wurde. Dies unterstreichst du eben auch wieder damit, dass du den „selbsternannten Antideutschen“ vorwirfst, sie haetten sich erst einmal „an den realen und aktiven Nazis und Rassisten vor ihrer Haustür in Rhein-Main abzuarbeiten“, sich auf diese Form als echte Linke zu erkennen zu geben, bevor sie ihr Nest beschmutzen duerfen.

    Dass dabei jegliche linke Selbstreflektion verloren geht – einer der Gruende, warum sich viele, die die Bewegungslinke in ihrer Unreflektiertheit als problematisch erachten nicht mehr als Linke bezeichnen – ist offensichtlich, obwohl diese eben gerade im Kontext von einer Inhaltlichkeit, bei der Nazis und Antiimps gleichermassen anknuepfen koennen, besonders noetig ist.

  4. hm, „absolutisitsch“ paßt in gewisser hinsicht noch besser als „selbsternannt“, wobei damit allerdings auch gemeint ist, daß sich einige das label „antideutsch“ aufkleben und eben „absolutistisch“ verwenden, offenbar weniger des inhaltes wegen, das ist in meinen augen selbsternannt.

    in meinen augen muß sich auch niemand bewähren, bevor er oder sie etwas äußern darf, wär ja noch schöner. allerdings gilt dies auch andersherum, es steht auch keiner antideutschen gruppierung zu, andere erst dann als „linke“ „zuzulassen“, wenn der antideutsche prüfsiegel darauf klebt. unverständlich bleibt z.b. für mich, warum durch einige antideutsche, aktionen gegen nazis als gewissensberuhigung verkappter rassisten und antisemiten diffamiert werden. darauf bezieht sich der hinweis des „abarbeitens“, nicht als bewährung gemeint.

    linke selbstreflexion tut an vielen stellen not, in alle richtungen des spektrums. doch meine erfahrungen mit antideutschen gruppen sind da leider sehr negativ, denn anstatt inhaltlich ernsthafter diskussion (die vor allem auch den eigenen standpunkt nicht als eine dogmatische wahrheit impliziert) habe ich erlebt, wie andere als mensch verbal regelrecht „niedergemetzelt“ (ein leider passender ausdruck) und übelst diffamiert wurden, um somit auch deren positionen pauschal zu verdammen (und auch alle die, die sich noch mit solchen leuten an einen tisch setzen oder gar zusammenarbeiten), anstatt konkret an den einzelnen inhalten zu diskutieren und dagegen zu argumentieren. das ist der versuch, eine hegemonie eigener colour herzustellen, ein herrschaftskonzept, das an anderen kritisiert wird.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: