„absolut illegal“ – Berlin stellt intime Fragen

Stellenbewerber in Berlin werden mit intimen Fragen ausgehorcht, „absolut illegal“, wie die FR berichtet:

„Das Land Berlin erfasst die Gesundheitsdaten seiner rund 58.000 Angestellten vor der Einstellung mit einem Fragebogen, in dem detaillierte Angaben zu psychischen Krankheiten, Drogenkonsum, Alkoholgenuss und sogar Verhütungsmitteln verlangt werden.
[…]
Zudem müssen Bewerber alle behandelnden Ärzte, Psychologen und Heilpraktiker nennen, alle psychischen Erkrankungen „mit Zeitangabe“ und sogar Entbindungen auflisten. Sie sollen auch angeben, seit wann sie in Bezug auf Alkohol „abstinent“ sind.
„Solche Fragen sind absolut illegal“, sagte Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter Schleswig-Holsteins. „Es darf nicht in die Intimsphäre eingedrungen werden.“ Auch Martina Perreng, Arbeitsrechtlerin des DGB, ist schockiert: „Das ist rechtlich völlig unzulässig.“

da fällt einem ja das Frühstücksbrötchen aus der Hand, illegale Fragen und Datenschnüffelei für Bewerberinnen im rosa-roten Berlin, unfaßbar. das Geschrei wäre groß, wenn es bei Telekom oder Deutsche Bahn und Co. wäre.

gibt es dazu schon eine Erklärung des Landesverbandes Berlin? auf der Internetseite die-linke-berlin.de habe ich nichts gefunden
„… der Senat hat zwei Jahre nicht reagiert.
Auf Anfrage lässt die Berliner Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) mitteilen, es gebe einen neuen Fragebogen, das Problem sei behoben – doch die Realität sieht anders aus: Der „neue“ Fragebogen liegt der FR vor und enthält weiter die Fragen nach psychischen Krankheiten, Vorerkrankungen, Ärzten und Psychotherapien.
Zudem verwendet das Land Berlin weiter den alten Fragebogen…“
wirklich der Hammer, auch auf der Seite der Senatorin ist nix zu finden

via AFP heißt es

„Der Berliner Gesundheitssenat hat Kritik an angeblich fragwürdigen Datenerhebungen bei Stellenbewerbern zurückgewiesen. Alle Angaben auf einem entsprechenden Fragebogen unterlägen der ärztlichen Schweigepflicht, …
Datenschutzrechtliche Bedenken gegen den im Sommer eingeführten neuen Fragebogen zur Selbstauskunft weise der Gesundheitssenat „vehement zurück“. Die Angaben stünden vielmehr nur dem Arzt zur Verfügung und gingen „selbstverständlich nicht an den Arbeitgeber“.

Na und?
1. unglaubwürdig und 2. sind die Fragen trotzdem unzulässig

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: